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| Bei vielen Malerarbeiten
wurden althergebrachte Techniken und die dafür erforderlichen
Werkzeuge durch Maschinen oder Geräte ersetzt, mit
denen die Ausführung besser, schneller und rationeller
vonstatten geht. Es gibt jedoch auch Bereiche, in denen
sich Handwerkszeuge nicht verdrängen lassen. Dazu
gehören die Auftrags-, Glättungs- und Strukturierarbeiten,
für die unterschiedlich geformte Spachteln und Kellen
benötigt werden. Ihre Handhabung erfordert entsprechende
Übung und Geschicklichkeit. Die Ausführungsqualität
der Arbeiten hängt von der Eignung der dafür
verwendeten Werkzeuge und von deren Zustand wesentlich
mit ab.
Einsatzbereiche der Werkzeuge
Schaber
Entfernen von Rost und Schmutz, Ablösen alter Anstriche
und Tapeten, Entfernen von Schadstoffen, Klebern
und Rückständen im Bodenbereich.
Spachteln
Vorbehandlung von Beschichtungsuntergründen, Auskratzen
und Auffüllen von Rissen, Fugen und Löchern,
Entfernen von Rost, Altanstrichen, Tapeten, Auftragen
und Egalisieren von Glättungsstoffen, Auftragen von
Klebstoffen.
Kellen
Großflächiger Auftrag von Glättungsstoffen
und Putzmaterial, Egalisieren von Decken-, Wand- und Bodenflächen,
Formgebung an Ecken und Kanten, Strukturieren von plastischen
Massen, Auftragen von Klebern.
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Schaber
Schaben ist eine material-abnehmende Tätigkeit, bei
der ein scharfkantiges, speziell für solche Zwecke
geformtes Werkzeug ziehend oder stoßend bewegt wird.
Durch Schaben lassen sich fest an Untergründen haftende
Substanzen entfernen.
Viele verschiedenartig geformte Schaber stehen für
diesen Verwendungsbereich zur Verfügung, u.a. zur
Entfernung von Rost, von alten Farbschichten und Verschmutzungen,
von Mörtelresten und von Tapeten.
Ausschlaggebend für die Wirksamkeit dieser Werkzeuge
ist die Form sowie die Schärfe und Härte der
Klingen, für die nur bester Tiegelgußstahl
verwendet wird. Die meisten Schaber sind für auswechselbare
Klingen konstruiert. Die Länge der Handgriffe entscheidet
über den Kraftansatz der Werkzeuge, wobei vielfach
die Hebelwirkung genutzt wird, besonders wenn sie mit
zwei Händen geführt werden. Für Entrostungsarbeiten
sowie zum Abkratzen von alten Farben, Leimaustritten und
fest anhaftenden Verunreinigungen werden Schaber mit sehr
verschiedenn Klingenformen benutzt.
Zugschaber mit dreischneidigen
Ziehklingen in stabiler Halterung sind besonders zum Entfernen
fest anhaftender Rost- und Farbschichten einzusetzen.
Schaber mit Dreikantplatte, mit herzförmiger oder
verschieden profilierter Platte eignen sich zur Rostentfernung
an Stahlkonstruktionen und Rohrleitungen.
Ziehklingenschaber:
Zur Entfernung alter Anstriche von Holzuntergründen
und Parkettflächen werden Ziehklingenschaber eingesetzt.
Profil-Zieh-
klingen gibt es für Arbeiten an geschnitztem Holzwerk
und an Stuck in verschiedenen Formen. Spezialschaber mit
unterschiedlich breiten Klingen, Abbrennschaber und Doppelschaber
erleichtern die Entfernung von Altanstrichen dort, wo
es notwendig ist. Sie übertreffen in ihrer Wirkung
andere Werkzeuge erheblich.
Großflächige Wand- und Deckenschaber
mit biegsamer breiter Klinge und Kammblech aus Federstahl
dienen zum schnellen Abkratzen großer Flächen.
Weil sich ihre elastische Klinge den Unebenheiten der
Flächen weitgehend anpasst, sind Beschädigungen
des Putzes bei richtiger Handhabung nicht zu befürchten.
Fußbodenschaber:
Am langen Stiel befestigt sind Fußbodenschaber,
die zur Entfernung von alten Belägen, von Klebstoffresten
und von Beschichtungen einzusetzen sind.
Lange Rostschaber (Roststecher) werden für Entrostungen
an schwer erreichbaren Konstruktionen benötigt. Besonders
bei Entrostungen von industriellen Stahlkonstruktionen,
Wasserbauwerken und Schiffen sind sie unentbehrlich.
Tapetenschaber können
zum Entfernen festsitzender Wandbeläge dienlich sein.
Durch anderweitige Ablösetechniken hat dieses Werkzeug
jedoch an Bedeutung verloren.

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Kellen
Für großflächige Arbeiten an Fassaden
mit Spachtelmassen bzw. mit Fassadenputz sowie für
Wandspachtelmassen und Nivelliermassen im Bodenbereich
sind Kellen die meist benutzten Werkzeuge.
Glättekellen bestehen
aus einem elastischen Stahlblatt mit handlichem Griff.
Zur Verarbeitung von Kunstharzputzen und Reibeputzen müssen
Glättekellen aus rostfreiem Stahl oder aus abriebfestem
Kunststoff verwendet werden, weil normale Stahlglätter
Abriebe bewirken, die Rostspuren im Putz verursachen können.
Eckenkellen: Zur Feinbearbeitung
von Putzflächen sind Eckenkellen für Innenecken
und Außenkanten sowie fünfeckige Glättekellen
(Pentagonkellen) spezielle Hilfswerkzeuge, die eine sehr
saubere Ausführung ermöglichen.
Unentbehrlich für Arbeiten mit Mörtel- und Putzwerkstoffen
bei Wärmedämmungen, Innenausbauarbeiten, Fassaden-
und Betonsanierungen, sind Aufziehkellen, Filzreibebrett
sowie verschieden geformte Auftragskellen mit trapezförmigem,
dreieckigem oder abgerundetem Stahlblatt. Wegen der Gefahr
von Rostflecken sollten auch diese Werkzeuge aus rostfreiem
Stahl bestehen.
Fugenkellen sind zur Bearbeitung
von schmalen Fugen und Streifen unentbehrlich. Sie werden
besonders bei Fliesenverlegungen im Dünnbettverfahren
benötigt.
Spachteln und Kellen mit gezahnten
Klingen werden zum Auftragen von Klebern benutzt.
Die Zahnung stützt das Werkzeug auf dem Untergrund
ab und reguliert die erforderliche Auftragsmenge.
Zahnspachteln sind besonders für Verklebungen von
Bodenbelägen im Gebrauch und unentbehrlich. Breitgezahnte
Aufstreichkellen haben sich bei Wärmedämmklebungen
bewährt. Die jeweils einzusetzende Zahnform ist abhängig
von der Konsistenz und von der erforderlichen Klebstoffmenge.
Bei abgenutzten Zahnspachteln und Zahnkellen verringert
sich die Auftragsmenge; das kann Klebeschäden zur
Folge haben.
Alle Auftrags- und Glättewerkzeuge
müssen nach Gebrauch sorgfältig gereinigt werden.
Es ist darauf zu achten, dass das Stahlblatt keine verbogenen
Ecken und keine Scharten aufweist, die Auftragemängel
verursachen können. Je besser mit den Glättewerkzeugen
gearbeitet wird, umso weniger Nachspachtelungen und Schleifarbeiten
sind erforderlich. Die rationelle Ausführung von
Malerarbeiten hängt wesentlich davon ab.
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| Spachteln
Ein Traditionswerkzeug des Malerhandwerks ist der Stahlspachtel
mit trapezförmiger Klinge. Werkzeuge dieser Art werden
in Breiten von 1 bis 12 cm vielfältig verwendet;
sie sind bei fast jeder Arbeit unentbehrlich.
Normale Stahlspachteln:
Für allgemeine Anstrichvorarbeiten - wie Abstoßen
von Putzgraten, von Verschmutzungen und von alten Farb-
und Tapetenresten - genügen normale Stahlspachteln
in flachem Holzheft mit Handschutzkappe, deren Angel durchgehend
vernietet sein kann. Das elastische Stahlblatt passt sich
allen Arbeitsbewegungen gut an; es ist robust genug für
die berufsüblichen Anforderungen.
Spachteln aus rostfreiem Spezialstahl:
Spitzenqualitäten sind aus rostfreiem Spezialstahl;
sie haben ein Schalenheft aus Edelholz, das mit Messingnieten
befestigt ist. Die rostfreie Ausführung gewährleistet,
dass das Spachtelblatt sauber und glatt bleibt. Es ist
die Spachtel des Meisters, des Fachberaters und des Sachverständigen.
Kropfspachteln:
Noch eine Klasse höher einzustufen sind Kropfspachteln
aus geschmiedetem Stahl mit Edelholzheft. Diese Werkzeuge
weisen durch die sich zum Griff allmählich zunehmende
Verstärkung eine besonders hohe Elastizität
auf; sie sind besonders für Feinspachtelungen geeignet.
Japan-FlächenspachteIn:
Zur Glättung von kleineren und mittleren Flächen,
besonders zum Ausbessern und Ausflecken, werden vorwiegend
Japan-Flächenspachteln verwendet (der Name ist keine
Herkunfts- bezeichnung, sondern ein Qualitätsbegriff,
der mit den früher gebräuchlichen Japan-Emaille-Lacken
in Verbindung zu bringen ist). Diese Spachteln bestehen
aus flachem, elastischem Stahlblech. Sie haben - je nach
Größe - ein Rechteckformat, wobei die obere
Kante durch eine Kunststoff- oder Aluminiumleiste verstärkt
und geschützt ist. Das Werkzeug wird in Breiten von
5 bis 18 cm geliefert, meistens jedoch in Sätzen,
die aus vier verschiedenen Größen bestehen.

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Türen-Spachteln:
Für größere Flächen sind Türen-Spachtenl
aus hochelastischem Stahl mit flacher Holzgriffleiste
oder Quadratspachteln mit Holzgriff in Gebrauch.
Doppelblatt-Flächenspachteln
mit verstellbarer Druckklinge ermöglichen ein gleichmäßiges
Andrücken des Werkzeugs, wodurch sich seltener Spachtelgrate
bilden.
Fassaden-Spachteln:
Zur Abglättung großer Fassadenflächen
sind 40 oder 60 cm breite Fassadenspachteln mit schmalem
Stahlblatt einzusetzen. Gummispachteln mit abriebfestem,
flachem Gummiblatt werden zum Abstreichen und Glätten
von Spachtel- und Plastikmassen sowie zum Ausfugen von
Fliesen und Mosaik verwendet.
Abbrennspachteln sind dann
einzusetzen, wenn alte Anstriche mit dem Propangasbrenner
oder mit dem Heißluftgebläse entfernt werden.
Bei dieser speziellen Spachtelart befindet sich das Stahlblatt
an einem längeren Metallgriff, um Erhitzungen und
Verbrennungen bei der Arbeit zu vermeiden. Um alle vorkommenden
Holzprofile bearbeiten zu können, gibt es Abbrennspachteln
mit unterschiedlicher Blattform.
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